Ein Beitrag VON OMA Anja zum Holocaust-Gedenktag
Der 27. Januar ist der internationale Holocaust-Gedenktag. An diesem Tag erinnern wir an die Millionen Menschen, die von den Nationalsozialisten entrechtet, verfolgt, deportiert und ermordet wurden – Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma, Menschen mit Behinderungen, politisch Verfolgte, Homosexuelle und viele andere.
Auch wenn wir als OMAS GEGEN RECHTS OWL in diesem Jahr keine offizielle Gedenkveranstaltung organisieren, möchten wir diesen Tag bewusst begehen und dazu ermutigen, es uns gleichzutun. In vielen Städten und Gemeinden erinnern Stolpersteine, Mahnmale und Gedenktafeln an die Menschen, die einst mitten unter uns gelebt haben – Nachbar:innen, Kolleg:innen, Mitschüler:innen.
Und der Blick in die USA zeigt, wie schnell der Faschismus sich über die Demokratie stellt und sie Schritt für Schritt vernichtet.
Wir laden euch herzlich ein:
Geht am 27. Januar zu den Gedenkorten. Haltet inne. Legt vielleicht eine Blume nieder oder zündet eine Kerze an. Nehmt euch einen Moment der Stille, um der Opfer zu gedenken.
Besonders wichtig ist uns dabei die Weitergabe der Erinnerung an die nächsten Generationen. Nehmt eure Kinder und Enkel mit. Erzählt ihnen, was hier geschehen ist. Erklärt ihnen, warum Demokratie, Menschenrechte und eine offene Gesellschaft keine Selbstverständlichkeit sind. Erinnerung ist keine rückwärtsgewandte Pflichtübung – sie ist ein aktiver Beitrag für eine gerechte und solidarische Zukunft.
In den letzten Jahren erleben wir immer häufiger, dass das Gedenken an die Verbrechen des Nationalsozialismus als „Schuldkult“ diffamiert wird. Das macht uns wütend und fassungslos. Denn es geht hier nicht um persönliche Schuld. Niemand heute trägt Schuld an den Taten von damals. Aber wir alle tragen Verantwortung.
Verantwortung, die Geschichte nicht zu verdrängen oder zu relativieren.
Verantwortung, Antisemitismus, Rassismus und Menschenfeindlichkeit entschieden entgegenzutreten.
Verantwortung, unsere Demokratie zu schützen und die Würde jedes Menschen zu verteidigen.
Der Holocaust-Gedenktag erinnert uns daran, wohin Ausgrenzung, Hass und Entmenschlichung führen können. Er mahnt uns, wachsam zu sein – gerade in einer Zeit, in der rechtsextreme Positionen wieder lauter und gesellschaftsfähiger werden.
Nie wieder ist jetzt.
Erinnern heißt handeln.
OMAS GEGEN RECHTS OWL
