Im Rahmen der “Woche der Meinungsfreiheit” hatte die Stadtbücherei zu mehreren Veranstaltungen eingeladen (siehe u.a. Ankündigung in der > GT Info).
Auch wir wurden eingeladen, einen Vortrag zu halten:
Mit Rechten reden?
Wie gehe ich mit Menschen mit rechtsextremen Ansichten um?
In bekannter Mischung aus Humor und Kompetenz informierte Sandra darüber,
- wo genau eigentlich das Problem liegt, wenn sich Menschen um uns herum rechtsextrem äußern
- wie und woran das erkennbar ist (denn es ist nicht immer offensichtlich)
- wie banal, aber auch wie gefährlich das je nach Situation sein kann
- wie wir damit umgehen können
Sandra appellierte leidenschaftlich an die Rückkehr zu einer offenen, wertschätzenden Streit- und Diskussionskultur – aber auch für den umsichtigen Umgang mit der jeweiligen Situtation und klare, individuelle Grenzen.
Anhand von konkreten Beispielen wurden mehrere Argumentationstechniken aufgezeigt, die gern in “rechten” Zusammenhängen verwendet werden, welche Effekte diese Techniken haben und wie wir damit umgehen können. Ganz praxisnah – ob am familiären Kaffeetisch, in öffentlichen Verkehrsmitteln oder in “professionellen” Umgebungen wie im Beruf oder am Infostand.
Als Grundlage wurde das Prinzip der “Selbstverortung” vorgestellt – eine hilfreiche Methode, um sich in Situationen zurechtzufinden, einen “sicheren persönlichen Stand” zu bekommen und auf den wichtigen Selbstschutz zu achten.
Ein weiterer Punkt war die Frage “Provozieren oder Diskutieren?”, denn: Die Unterscheidung, ob jemand nur provozieren möchte (womit sich die Diskussion meistens erübrigt) oder ob tatsächliches Interesse an einem Gespräch besteht, ist entscheidend.
Auch Rahmenbedingungen wurden geklärt, unter anderem zu Meinungsfreiheit und Toleranz. Beides wird in rechtsextremen Äußerungen gern “ins Gegenteil verkehrt” und fast schon ins Absurde verzerrt. Dabei gibt es klare Vorgaben:
- So hat Meinungsfreiheit nach Artikel 5 Grundgesetz tatsächlich auch Grenzen, Wortlaut Art. 5 GG: “… diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze …“. Es darf also fast alles gesagt werden – sofern es niemanden angreift, beleidigt oder sonstwelche Rechte und Gesetze berührt. Dazu gehört ebenso, dass die Gegenrede “ausgehalten” werden muss. Meinungsfreiheit ist eben weder “vogelfrei” noch einseitig.
- Ebenso ist Toleranz kein “Freifahrtschein”. Die Grenzen liegen dort, wo Intoleranz, Gewalt oder die Zerstörung der freiheitlichen Gesellschaft beginnen. Uneingeschränkte Toleranz würde sonst nur zum Verschwinden der Toleranz selbst führen, da das “Tolerieren von Intoleranz” eine offene Gesellschaft angreift (Toleranzparadoxon, Karl Popper).
Natürlich werden hier nicht alle Details verraten, denn der Vortrag wird sicherlich noch einige Male wiederholt werden 🙂 Anfragen dazu gern an omasgegenrechtsowl@gmail.com
Im Anschluss gab es Raum für individuelle Beispiele und Fragen, die intensiv diskutiert wurden.
Es herrschte eine sehr offene Atmosphäre und so wurden auch Anregungen und Wünsche aufgenommen, wie die Seminarinhalte noch weiter ausgebaut werden können. Diese Ideen werden in ein weiteres “Format” einfließen – seid gespannt! 🙂
Der Seminarraum war wieder bis auf den letzten Platz gefüllt und die Teilnehmenden äußerten sich anschließend ausgesprochen positiv.
So gab es dann anschliessend im Cafe Sonnenburg spontan noch zwei weitere, kleine “Runden”, bei denen sich miteinander ausgetauscht wurde.
Wir freuen uns auf eine Wiederholung und Fortsetzung!
OMAS GEGEN RECHTS OWL / Gütersloh
Kontakt: omasgegenrechtsowl@gmail.com





